Neues Ziel: Finanzielle Freiheit

Finanzielle Freiheit und finanzielle Unabhaengigkeit

Gibt es Finanzielle Freiheit für Otto Normalverbraucher?

Wie kann ich die finanzielle Unabhängigkeit erreichen?

Die meiste Zeit meines bisherigen Lebens lebte ich finanziell gesehen „in den Tag hinein“. Bis Fips geboren wurde. Auf einmal wurden Vorsorge und finanzielle Sicherheit immens wichtig.

Wenn du nicht gerade Wirtschaft studiert oder eine Banklehre gemacht hast, stehen die Chancen gut niemals über Finanzen aufgeklärt worden zu sein. In vielen Staaten gehört Finanzbildung zum Unterrichtsstoff. In Deutschland hingegen muss sich jeder selbst um seine finanzielle Aus- und Fortbildung kümmern.

Und so war mir gar nicht klar, dass es so etwas wie Finanzielle Freiheit gibt.

Oder besser gesagt, ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht. Natürlich war mir klar, dass es Menschen gibt, die richtig viel Knete haben. Dass die herzlich wenig Angst vor den finanziellen Auswirkungen eines Jobverlustes oder Ähnlichem haben müssen, leuchtet ein.

Wenn Jeff Bezos, warum auch immer, morgen bei Amazon rausfliegt, müsste er wohl kaum am Hungertuch nagen. Tatsächlich könnte er jedes andere Herzensprojekt locker finanzieren.

Was ist Finanzielle Freiheit?

Finanzielle Freiheit oder finanzielle Unabhängigkeit erreichst du, wenn du deinen Lebensunterhalt komplett aus passiven Einkommensquellen bestreiten kannst.

Passives Einkommen ist von deiner Arbeitskraft entkoppelt sind. Das sind unter anderem Zinsen, Dividenden, Tantiemen, Mieteinnahmen, Renten oder Rendite aus Geldanlagen.

Damit verbunden erhältst du dann die Freiheit zu arbeiten und zu leben wann, wie, wieviel und wo du willst.

Aber, dass dieses Konzept auch für Otto Normalverbraucher existieren soll…!?

Wie erreichst du die finanzielle Unabhängigkeit?

Die finanzielle Freiheit zu erreichen bedarf es, in einer ganz einfachen Betrachtung, zweier Dinge:

  1. Einer Sparquote, also mehr Einnahmen als Ausgaben
  2. Zeit

Angenommen, du schaffst du es 10 % deines Nettoeinkommens auf dem Girokonto zu sparen. Du möchtest von dem Angesparten 20 Jahre leben können (jedes Jahr 5% des Angesparten verbrauchen). Dann hast du nach 180 Jahren genug angespart.

So geht es also nicht.

Sparst du die 10 % deines Nettoeinkommens in einem ETF der auf dem MSCI World Index basiert, so dauert das ganze schon nur noch 38 Jahre. Das liegt vor allem daran, dass du bei dieser Variante Rendite auf dein Angespartes erhältst.

In diesem sehr simplen Modell sind das 7,2 %, was der durchschnittlichen Rendite seit 1970 entspricht.

Hier wirkt ganz erheblich „das achte Weltwunder“: der Zinseszins. Ein netter Nebeneffekt ist dann, dass dein Geld statistisch gesehen für immer reichen sollte

Geht das noch schneller?

Außer der Rendite auf deine Anlage kannst du natürlich (in der Theorie) deine Sparquote erhöhen.

Legst du ein Fünftel deiner Einnahmen beiseite, brauchst mit dem ETF Modell nur noch 28 Jahre. Bei einem Drittel 20 Jahre. Und wenn du die Hälfte wegsparst sind es nur noch 15 Jahre.

Ist es wirklich so einfach?

Ganz klar, diese Betrachtung ist stark vereinfacht. Hier haben wir zum Beispiel weder die Inflation noch Steuern und Abgaben beachtet. Auch haben wir noch nicht über die Risiken der Geldanlage gesprochen.

Und Sparquoten von 50 % und mehr sind eher was für 20-jährige Dropshipper und erfolgreiche Youtuber.

Als Angestellter mit Familie bist du mit 20 % schon sehr gut dabei. In deutschen Haushalten lag die durchschnittliche Sparquote in den letzten Jahren knapp unter 11 % [1].

Bedenken sollte man dabei allerdings, dass über den Arbeitgeber auch schon ein Teil in die gesetzliche Rentenversicherung fließt.

Der Durchschnittsverdiener erhält pro Jahr einen Engeltpunkt im Wert von aktuell 34,19 Euro für Westdeutschland und 33,23 Euro für Ostdeutschland [2].

Nach etwa 30 Jahren Durchschnittsverdienst kommen da also auch 1000€ brutto raus.

Aber eben erst dann und nicht wenn du es willst. Und allein die gesetzliche Rente wird dir wahrscheinlich auch nicht reichen.

Es kann ganz einfach sein

Was dir die kurze Rechnung mitgegeben haben soll: Finanzielle Unabhängigkeit ist keine Unmöglichkeit.

Man muss kein Extrem-Frugalist werden. Und das will ich auch nicht.

Alles was es braucht ist die richtige Einstellung. Außerdem Zeit und Geld. Wenn du von dem einen weniger hast, brauchst du mehr von dem anderen.

Hast du schon begonnen deinen Weg zu beschreiten? Wie weit bist du?

Oder weißt du einfach nicht, wie du anfangen sollst?

Ich werde dir auf meinem Blog regelmäßig Gedanken, Erkenntnisse und Rechnungen zu meinem Weg zur Finanziellen Unabhängigkeit präsentieren.

Begleite mich auf meinem Blog. Und bereichere ihn mit deinen Kommentaren, Wissen und Fragen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Tanja

    Hallo, es stimmt echt, was Finanzen anbelangt, bekommt man in der Schule viel zu wenig vermittelt, zumindest war das bei mir so. Selbst an der Berufsschule war das nicht viel besser.
    Ich glaube, die für mich wichtigste Entscheidung im Hinblick auf Unabhängigkeit war ein Haus zu kaufen und die blöden monatlichen ziemlich hohen Mietzahlungen los zu werden. Einen Kredit zu bezahlen macht da für mich mehr Sinn, fühlt sich auch einfach besser an.
    Ansonsten gingen bisher meine Überlegungen zu finanzieller Unabhängigkeit ausschließlich in die Richtung, einen unbefristeten Vertrag zu bekommen. Wenn ich das mal erreicht haben sollte, ist für mich erstmal alles gut. Aber ich bin gespannt auf die Anregungen hier.
    Liebe Grüße, Tanja

    1. Jens

      Hallo Tanja,
      da hast du recht. Ein Haus kaufen kann ein guter Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit sein. Es zwingt ja quasi zum monatlichen Sparen. Und damit erledigst du dann schonmal den zweiten Schritt zu gesicherten Finanzen. Aber es kommt natürlich sehr auf den Ort und das jeweilige Objekt an, ob mieten oder kaufen günstiger ist. Da bei uns noch keine Entscheidung zu dem Thema gefallen ist, werde ich bestimmt in Zukunft auch was dazu schreiben.
      Ein unbefristeter Vertrag ist bestimmt toll. Ich hatte bisher noch keinen. Du solltest allerdings nicht die Planungssicherheit, die ein unbefristeter Vertrag mit sich bringt mit finanzieller Unabhängigkeit verwechseln. Denn abhängig von deinem Arbeitgeber bist du dann noch immer. Aber wenn du weiter sparst, was du mit dem Haus ja automatisch tust, ist es ein hilfreiches Mittel zum Erreichen finanzieller Freiheit. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg.
      Ich freue mich schon auf weitere Kommentare von dir.
      Beste Grüße, Jens

Schreibe einen Kommentar